Wie ich mein Leben leben möchte …

Der August ist fast zuende, ich habe es geschafft, sehr oft früh aufzustehen, zum Ende hin häufig schon vor dem Weckerklingeln. Meine optimale Aufstehzeit scheint zwischen 5.30 und 6.30 zu liegen. Die dadurch „zusätzlich“ gewonnene Zeit habe ich für mich genutzt und mich mit dem japanischen Konzept des „ikigai“ beschäftigt und so einiges über mich herausgefunden …

Zunächst habe ich mich mit dem Konzept an sich beschäftigt. Heraus kam ein für mich sehr klares, strukturiertes Grundgerüst. Und anschließend stellte ich es mir sehr einfach vor, dieses Konstrukt für mich auszufüllen. Aber so einfach war das nicht. So habe ich dann eine Zeitlang weiter im Internet recherchiert und weitere Anregungen/Fragen für mich gefunden, über welche ich hier geschrieben habe.

In der letzten Woche habe ich nun folgendes für mich herausgefunden:

Was ich liebe …

Ich liebe es zu unterrichten, anderen Menschen etwas beizubringen, sie in ihrer Entwicklung, beim Lernen weiterzubringen, anderen Menschen ein offenes Ohr anzubieten, zuzuhören … ohne vorgefertigte Lösungen zu präsentieren.

Außerdem bewege ich mich gerne in der Natur, arbeite gerne im Garten, ich lese und schreibe gern und ich backe für mein Leben gern. Ich liebe Tiere und Pflanzen.

Ich helfe gerne, wenn man mich fragt, ich bin niemand der sich aufdrängt. Ich mag es Dinge selbst zu tun.

Ordnung, Ablage, Buchhaltung … liebe ich auch. Ungewöhnlich, finden andere Menschen eher langweilig, spricht man nicht drüber, ich tue es trotzdem. Denn das ist auch ein großer Teil, der mich ausmacht.

Wie ich der Welt nütze …

Ich zweifle nicht daran, dass ich für das Unternehmen, in dem ich gerade arbeite nützlich bin, auch wenn mir das dort niemand zeigt. Aber ob das so nützlich für die Welt ist? Bedeutet „was braucht die Welt“ tatsächlich die ganze „Welt“, also etwas sehr Großes und Wichtiges oder darf es auch eine Nummer kleiner sein?

Wäre es nützlicher, ich würde hauptberuflich als Dozentin arbeiten? Eine Coaching-Ausbildung machen, um mich in dieser Richtung weiterzuentwickeln?

Oder behalte ich mein nebenberufliches Unterrichten bei und suche mir im Bereich Buchhaltung/Personal etwas Neues? Ein neues berufliches Umfeld, in dem Ablage, Buchhaltung, Organisation als wichtige, sinnvolle, unterstützende Tätigkeiten angesehen werden?

Dies bleibt tatsächlich der Bereich des ikigai, der Fragen aufwirft, die ich mir voher gar nicht gestellt hatte. Vielleicht hat dieser Bereich einen eher untergeordneten Stellenwert für mich? Vielleicht ist die Beantwortung dieser Fragen der Schlüssel für mehr Zufriedenheit für mich?

Wovon ich (finanziell) lebe …

Derzeit verdiene ich mein Geld zum Leben hauptsächlich in der Buchhaltung im Angestelltenverhältnis. Um den gleichen monatlichen Betrag auf meinem Konto zu haben, müsste ich als Freiberuflerin bei den Stundensätzen, die in meinem Umfeld gezahlt werden, deutlich mehr Stunden arbeiten als ich es jetzt tue.

Schaffe ich das zeitlich überhaupt? Ist es mir den Zeitaufwand tatsächlich wert?

Was ich gut kann …

Was bewundern andere an mir? Welche Kompetenzen habe ich? Welche Kompetenzen benötige ich evtl. noch?

Da habe ich mich dann zunächst einmal im Familien- und Freundeskreis umgehört und war sehr gerührt.

Hier das Ergebnis in ungeordneter Reihenfolge:

  • meine Begeisterung fürs Unterrichten, die zu spüren ist, wenn ich darüber berichte
  • meine Fähigkeit zuzuhören, andere ausreden zu lassen, immer die richtigen/passenden Worte zu finden
  • meine Empathie
  • meine schnelle Auffassungsgabe
  • meine saubere Handschrift (da musste ich doch sehr lachen)
  • mein schnelles Lesetempo
  • meine Ausdauer und Beharrlichkeit (andere nennen es Sturheit)
  • meine Ruhe in hektischen Zeiten, meine Strukturiertheit, meine Klarheit …

Da denke ich jetzt noch einmal ein wenig darüber nach und werde Schritt für Schritt die Weichen stellen.

Beginnend im Herbst mit einer Fortbildung „Lehrkompetenz für die Erwachsenenbildung“ … hier möchte ich insbesondere Module zum Thema „Online-Unterricht“ und „heterogene Lerngruppen“ belegen. In diesen Bereichen fühlte ich mich zum Start meiner Unterrichtstätigkeit und insbesondere zu Beginn der Coronazeit ganz und gar nicht kompetent genug.

Und anschließend geht es weiter. Ausnahmsweise nicht im „Hau-Ruck-Verfahren“, obwohl ich das gerade viel lieber möchte, sondern nach und nach … mit Zeit, Bedacht und flexiblem Plan.

Ich habe eine Idee davon, wo ich in knapp zwei Jahren sein möchte und werde zu diesem Zeitpunkt ein (erstes Zwischen???)-Fazit ziehen. Ich bin sehr gespannt, wo ich im Frühjahr 2022 – an meinem 54. Geburtstag – angekommen sein werde. Dieser Zeitrahmen entstand durch die #meinjunimitmir – Challenge. Wahnsinn, was diese 30 Tage für Nachwirkungen haben.

Nun gibt’s ein paar Tage Pause für mich, um das alles etwas sacken zu lassen. Denn:

Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen.

Astrid Lindgren

2 Kommentare

  1. Nicole

    Liebe Katrin,
    das klingt nicht nur berührend, sondern auch sehr beeindruckend, was du da aus dir herauskitzeln konntest. Und zwischen den Zeilen klingt dein Weg für mich sehr klar.
    Ich wünsche dir sehr, dass es nach deinen Wünschen gerät und du gehst und Zeit zum Schauen hast.
    Alles Liebe,
    Nicole

    • kh

      Liebe Nicole,
      ich danke Dir. Ich bin gespannt, wohin das alles führt.
      Liebe Grüße
      Katrin

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