Wenn ein “Tut mir leid” nicht ausreicht …

Warum fällt es mir oft schwer, Entschuldigungen anzunehmen?

Vermutlich, weil ich ziemlich schnell erkenne, wenn diese nicht wirklich ernst gemeint sind?

Oder die Schuld in einem Nebensatz sofort weitergegeben wird?

“Tut mir leid, ABER Du warst zuerst doof”

Ein “Tut mir leid” ist schnell dahin gesagt und bei kleineren “Vergehen” selbstverständlich auch ausreichend.

Aber … wenn etwas richtig oder wiederholt schiefgelaufen ist, dann reicht ein einfaches „Tut mir leid“ nicht aus. Und ich bin auch nicht mehr bereit diese einfache Entschuldigung in solchen Fällen anzunehmen.

Aber … wie entschuldigt man sich richtig?

Für mich ist ein schnell dahin gesagtes “tut mir leid” nur der Anfang und damit eine von mehreren Komponenten einer guten Entschuldigung.

Verantwortung übernehmen

Eine weitere Komponente ist, zu erklären, was genau aus der eigenen Sicht schiefgelaufen ist, um sich genau dafür – für das eigene Handeln nämlich – uneingeschränkt verantwortlich zu erklären.

Ehrliche Analyse

Nur wenn man wirklich sicher klarstellen kann, dass und vor allem warum man anders handeln würde, wenn man doch nur die Zeit zurückdrehen könnte, wirkt eine Entschuldigung ehrlich.

Wiedergutmachung

Schön finde ich es, wenn eine Wiedergutmachung angeboten wird. Selbstverständlich muss diese erfolgen, wenn wirklich ein (materieller) Schaden eingetreten ist.

Nachhaltigkeit durch Verhaltensänderung

Nachhaltig wird diese ehrliche Entschuldigung jedoch nur dann, wenn in Zukunft nachdrücklich auch ein anderes Verhalten an den Tag gelegt wird.

Deshalb:

Die Bitte um Verzeihung in Kombination mit einer Verhaltensänderung ist die beste Entschuldigung.

4 Kommentare

  1. Heike

    Oh ja, liebe Katrin, da fallen mir spontan so viele Personen und Situationen ein, wo mir ein lapidares “Tut mir leid” nicht ausreicht. Weil ich entweder weiß, dass es jederzeit wieder passieren wird, nur schnell dahin gesagt wird, oder es generell jemand ist, der sich selbst nie reflektiert und schon gar nicht Schuld an irgendetwas ist.
    Ich persönlich kann schwer mit Kritik umgehen. Aber Ehrlichkeit ist mir unglaublich wichtig. Eine ungeklärte, unentschuldigte Situation lässt mich sehr nachtragend zurück.

    • kh

      Liebe Heike,

      mit berechtigter/begründeter Kritik kann ich schon umgehen. Aber nachtragend … oh ja, dass bin ich (leider) auch. Ich habe da so ein Elefantengedächtnis … manchmal gar nicht hilfreich. Ich sage es jetzt einfach in den Situationen sofort, dass ich dieses lapidare “tut mir leid” nicht annehme, weil mir die Verhaltensänderung fehlt. Und ernte sofortiges Staunen, einige denken dann tatsächlich noch einmal nach. Das finde ich dann schön und hin und wieder folgt der Versuch, das eigene Verhalten zu ändern bzw. zu reflektieren. Aber bei Anderen ist einfach “Hopfen und Malz” verloren. Das ist dann so und ich halte etwas mehr Abstand.

      Liebe Grüße, Katrin.

  2. Nicole

    Liebe Katrin,
    genauso ist es mit den Entschuldigungen oft: Dahin gesagt, obwohl gar nicht erkannt wird, wie sehr man dem anderen weh getan hat. Deshalb empfinde ich wie du: Eine Entschuldigung muss aufrichtig erfolgen und nachhaltig sein. Und ganz eigentlich ist das auch nicht so schwierig.
    Ich wünsche dir, dass dir nur noch solche Entschuldigungen begegnen.
    Liebe Grüße
    Nicole

    • kh

      Liebe Nicole,
      vielen Dank! Ja ein Jahr voller ehrlicher Entschuldigungen, dass wäre doch einmal einen guten Vorsatz wert.

      Liebe Grüße, Katrin.

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