Für alles im Leben muss man bezahlen.
Und je später man es tut, desto höher werden die Zinsen. (John Steinbeck)

Dieser Artikel ist nach bestem Wissen und Gewissen von mir recherchiert und verfasst worden. Er ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Und wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel!

Befindet sich ihr Kunde im Zahlungsverzug, muss er die Kosten des Verzugs tragen. Dazu gehören die Mahngebühren und die Verzugszinsen.

Es ist üblich dem Kunden bei nicht fristgerechter Zahlung mindestens eine „kostenlose“ Zahlungserinnerung/Mahnung zukommen zu lassen. In dieser sollten die dem Kunden entstehenden Kosten, falls er seiner Zahlungsverpflichtung nicht nachkommt, angekündigt werden.

Verzugszinsen stellen einen Schadenersatz für den Zahlungsempfänger dar, weil er durch den Zahlungsverzug nicht fristgerecht über sein Geld verfügen konnte.

Die Höhe der Verzugszinsen

Verzugszinsen werden pro Tag im Zahlungsverzug berechnet. Die Höhe der Verzugszinsen ist gesetzlich festgelegt. Sie beträgt:

  • bei Verbrauchergeschäften 5 Prozent über dem aktuellen Basiszins
  • bei Handelsgeschäften 9 Prozent über dem aktuellen Basiszins.

Der Basiszinssatz

Der aktuelle Basiszins beträgt derzeit – 0,88 %. Die Deutsche Bundesbank ist gemäß § 247 Abs. 2 BGB verpflichtet, den aktuellen Stand des Basiszinssatzes zu veröffentlichen. Der jeweils aktuelle Basiszinssatz kann auf der Homepage der Bundesbank abgefragt werden.

Demnach können bei Privatpersonen derzeit Verzugszinsen in Höhe von 4,12 % und Unternehmen 8,12 % berechnet werden.

Verzugszinsen in der Praxis

Oft werden die berechneten Verzugszinsen (ebenso wie die Mahngebühren) vom Schuldner nicht beglichen. Die säumigen Kunden spekulieren darauf, dass die Zahlungsempfänger sich mit der Begleichung der eigentlichen Forderung zufrieden gibt. Ob man für Zinsen und Mahngebühren extra Gerichte einschaltet? Ist nicht ein schleppend zahlender Kunde nicht besser als gar kein Kunde? Lohnen sich Zeit- und Kostenaufwand für die Eintreibung der Verzugszinsen?