Dieser Artikel ist nach bestem Wissen und Gewissen von mir recherchiert und verfasst worden. Er ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Und wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel!

Viele Gründer machen sich (zunächst) nebenberuflich selbstständig. Es ist eine gute Möglichkeit, die eigene Geschäftsidee zu testen und evtl. später weiter (hauptberuflich) auszubauen. Ich aber mag meinen Hauptberuf. Da sich meine Teilzeit-Stelle in einem Handwerksbetrieb zeitlich/gehaltlich nicht ausweiten wird, möchte ich mir ein zweites Standbein aufbauen.

1. Nebenberuflich oder hauptberuflich?

Meine Selbstständigkeit bleibt nur solange nebenberuflich, wie bestimmte Kriterien eingehalten werden. Die Hauptbeschäftigung sollte zeitlich und geltlich im Vordergrund stehen. Sobald Mitarbeiter beschäftigt werden, wird eine hauptberufliche Selbständigkeit unterstellt. Hier bitte unbedingt die eigene Krankenkasse kontaktieren.

2. Anmeldung der nebenberuflichen Selbstständigkeit

Für die Anmeldung Ihrer nebenberuflichen Selbstständigkeit gelten die gleichen Anforderungen, wie bei einer Existenzgründung zum Vollerwerb. Muss ich ein Gewerbe anmelden oder gelte ich als Freiberufler?

3. Arbeitgeber informieren

Grundsätzlich steht es mir frei, mich nebenberuflich selbstständig zu machen, sofern ich meine Pflichten als Arbeitnehmer nicht vernachlässige und meinem Arbeitgeber keine Konkurrenz mache. Dabei bitte bestehende Regelungen aus dem Arbeitsvertrag beachten. Selbst wenn keine Genehmigung des Arbeitgebers einzuholen ist, sollte es selbstverständlich sein den eigenen Arbeitgeber zumindest von der nebenberuflichen Selbständigkeit zu informieren.

4. Genehmigungen für die nebenberufliche Selbstständigkeit

Auch für eine nebenberufliche Selbstständigkeit müssen alle Qualifikationen und Genehmigungen nachgewiesen werden wie für eine hauptberufliche Selbstständigkeit.

5. Steuern für nebenberuflich Selbstständige

Für die Besteuerung ist es unerheblich, ob die Selbstständigkeit nebenberuflich oder hauptberuflich ausgeübt wird. Meine Einnahmen werden als Einzelunternehmerin der Einkommensteuer unterliegen, Gewerbesteuer werde ich nicht zahlen müssen (Freibetrag), meine Umsätze werden der Umsatzsteuer unterworfen, weil ich auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet habe.

6. Arbeitslosigkeit und nebenberufliche Selbstständigkeit

Auch aus der Arbeitslosigkeit heraus darf eine selbstständige Tätigkeit nebenberuflich ausgeübt werden. Genauere Informationen bitte bei der Agentur für Arbeit einholen (z. B. Stundenumfang, anrechnungsfreies Einkommen).