Gläubiger haben ein besseres Gedächtnis als Schuldner.

Benjamin Franklin

 

Es gibt Kunden … die zahlen einfach nicht …

obwohl ich eine ordnungsgemäße Rechnung gestellt habe,

obwohl ich den Kunden an seine Zahlungsverpflichtung erinnert habe, …

Dieser Artikel ist nach bestem Wissen und Gewissen von mir recherchiert und verfasst worden. Er ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Und wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel!

Was muss ich tun, damit meine Forderung nicht verjährt?

Diese Frage sollte man sich als spätestens im letzten Quartal eines jeden Jahres stellen.

Die regelmäßige Verjährung beträgt drei Jahre. Sie beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, und endet drei Jahre später am 31.12. um Mitternacht. Deswegen sollte man sich jetzt im Oktober 2018 alle Forderungen ansehen, die im Jahr 2015 entstanden sind und fällig wurden. Diesen Forderungen droht in der Silvesternacht die Verjährung. Das betrifft alle Forderungen des Jahres 2015, egal ob diese vom 2. Januar oder 30. Dezember datieren.

Deshalb jetzt Rechnungen auf Verjährung prüfen!

Ausgangspunkt für die dreijährige Verjährungsfrist ist der Zeitpunkt, zu dem die Forderung fällig geworden ist, das ist nicht zwingend das Datum der Rechnungsstellung. Deshalb sollte eine Rechnung zeitnah zur erbrachten Lieferung oder Leistung erstellt werden. Wäre eine Rechnungsstellung beispielsweise in 2015 möglich gewesen, da eine Lieferung oder Leistung erbracht wurde, ist es in Bezug auf die Verjährung nicht hilfreich, mit der Berechnung bis ins Jahr 2016 gewartet zu haben.

Achtung: das Verschicken einer einfachen Mahnung reicht nicht aus, um die Verjährung zu stoppen.

Nach § 212 BGB beginnt die Verjährung erneut, sobald ein Anerkenntnis des Schuldners vorliegt  oder eine gerichtliche oder behördliche Vollstreckungshandlung vorgenommen oder beantragt wird. Das Anerkenntnis der Gesamtschuld sollte man sich vom Schuldner unbedingt schriftlich und datiert geben lassen. Dabei ist zu beachten, dass die neue Verjährungsfrist mit dem Tag des Anerkenntnisses beginnt (und nicht erst mit dem Ende des Jahres, wie sonst bei der regelmäßigen Verjährungsfrist üblich). Gleiches gilt für gerichtliche oder behördliche Vollstreckungsmaßnahmen.

Welche Maßnahmen können bei einer drohenden Verjährung ergriffen werden?

  • Einfordern eines Schuldanerkenntnis des Schuldners
  • Vereinbarung mit dem Schuldner z. B. über eine Verlängerung der Verjährungsfrist
  • Einschaltung eines Inkassobüros
  • Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens (Mahnbescheid beantragen)

 

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