Dieser Artikel ist nach bestem Wissen und Gewissen von mir recherchiert und verfasst worden. Er ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Und wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel!

Umsatzsteuer und/oder Vorsteuer und/oder Mehrwertsteuer ... wie heißt es denn nun richtig?

Was ist die Umsatzsteuer (USt)?

Der Umsatzsteuer unterliegen gemäß § 1 Umsatzsteuergesetz (UStG) die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt (es sei denn, man nimmt die Kleinunternehmerregelung in Anspruch). Umsatzsteuer wird demnach auf das Entgelt von Produkten und Dienstleistungen (den Umsatz) von Unternehmen erhoben. Die Umsatzsteuer beträgt laut § 12 des UStG 19 % (Regelsteuersatz). Für bestimmte Waren und Leistungen gilt ein reduzierter Steuersatz von 7 Prozent (nachzulesen in Anlage 2 zum UStG).

Nettobetrag + Umsatzsteuer = Bruttobetrag

Die Umsatzsteuer ist eine

  • Verkehrssteuer (Worauf wird die Umsatzsteuer erhoben?)

Sie belastet den Austausch (Verkehr) von Gütern und Dienstleistungen.

  • Gemeinschaftsteuer (Wer bekommt die Umsatzsteuer?)

Bund, Länder und Gemeinden erhalten unterschiedliche Anteile an den Umsatzsteuer-Einnahmen.

  • indirekte Steuer (Wer führt die Steuer an das Finanzamt ab?)

Steuerschuldner (Verkäufer) und Steuerträger (Käufer) sind nicht identisch. Die Umsatzsteuer wird  vom Verkäufer erhoben und an das Finanzamt abgeführt.

  • Endverbraucher-Steuer (Wer muss die Umsatzsteuer bezahlen?)

Die eigentliche Steuerlast liegt immer beim Endverbraucher, da dieser die Umsatzsteuer im Rahmen des Vorsteuerabzugs nicht vom Finanzamt zurückerstattet bekommt.

Das "Mehrwert"-Steuer-Prinzip

 

 

Unterschied Umsatzsteuer/Vorsteuer?

Das ist eine Frage der Sichtweise:

Vorsteuer: Umsatzsteuer auf Eingangsrechnungen, diese bekomme ich als Unternehmer vom Finanzamt erstattet.
Umsatzsteuer: Umsatzsteuer auf Ausgangsrechnungen, diese muss ich als Unternehmer an das Finanzamt abführen.

Umsatzsteuer ./. Vorsteuer = Zahllast

(die Summe, die der Unternehmer an das Finanzamt abführt bzw. wenn die Zahllast negativ ist, weil die gezahlte Vorsteuer die vereinnahmte Umsatzsteuer übersteigt, die Summe, die das Finanzamt dem Unternehmer erstattet). Der Unternehmer muss dem Finanzamt diese Zahllast über die sogenannte Umsatzsteuer-Voranmeldung mitteilen.

Unterschied Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer?

Es gibt keinen für Unternehmer relevanten Unterschied. In Deutschland werden beide Begriffe synonym verwendet. Umgangsprachlich wird die Bezeichnung Mehrwertsteuer häufiger verwendet. Die steuerlich korrekte Bezeichnung in Deutschland heißt Umsatzsteuer, so gibt es bei uns das Umsatzsteuergesetz und nicht das Mehrwertsteuergesetz.

Auf europäischer Ebene basiert das Steuersystem allerdings auf der "Mehrwertsteuersystemrichtlinie" der Europäischen Union. Daher verwenden die meisten anderen Staaten den Begriff "Mehrwertsteuer": in England beispielsweise VAT (value added tax).

Die Umsatzsteuer wird nach dem „Mehrwertprinzip“ berechnet. Daher auch der Begriff "Mehrwertsteuer".  Gut erkennen lässt sich das im o. g. Beispiel auf dem Bild. Durch den Vorsteuerabzug führt jeder Unternehmer nur die Umsatzsteuer auf den Mehrwert, den er durch den Verkauf seines Produkts oder seiner Dienstleistung erwirtschaftet, ab.