Lieblingsklamotten …

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Als wir vor knapp 11 Jahren in unser neues Haus zogen, besaß ich einen Kleiderschrank, der einen Meter breit war, und eine Kommode mit drei Schubladen. Das war für mich ausreichend Platz für meine Kleidungsstücke.

Seit zwei Jahren ist mein Kleiderschrank einen halben Meter größer und meine Kommode hat sechs Schubladen. Und Anfang des Jahres war alles voll gequetscht und ich stand oft ratlos davor und fand nichts anzuziehen.

Seit Juni besitze ich nur noch Lieblingsklamotten.

Und das kam so … In der #meinjunimitmir Challenge wurde ich folgendes gefragt:

Welche vier Farben passen am besten zu Dir?

Tag 4 … #lieblingsfarben

und ein paar Tage später ging es um:

… mein Lieblingskleidungsstück

Tag 8 … #lieblingskleidungsstück

Lieblingsfarben …

Schon lange besitze ich Tücher in meinen Lieblingsfarben …

Während die Frage nach den Lieblingsfarben für mich recht schnell zu beantworten war, hatte ich doch vor Jahren einmal an einer Farbberatung teilgenommen. Und dabei festgestellt, dass ich, wenn nur besser auf mich selber „hören“ würde, ein sehr gutes Gespür für mich habe. Auch für Farben, die mir stehen. Laut Farbberatung bin ich ein Frühlings/Sommer-Mischtyp … und siehe da, meine Lieblingsfarben finden sich auf dem Farbfächer wieder.

Farbfächer: Frühling-Sommer …

Lieblingskleider …

Aber an Tag 8 stand ich vor meinem Kleiderschrank und war nun fest entschlossen, in diesem nur noch Lieblingsstücke zu haben, weil ich mir das „wert“ bin, dass ich mich in meiner Kleidung immer wohlfühle.

Lieblingskleidung: Jeans und Leinen …

Wie bin ich dieses Mal vorgegangen?

Ich habe schon häufiger meinen Kleiderschrank aussortiert. Konnte mich aber oft schlecht trennen, denn die Kleidungsstücke waren ja noch gut, haben mal viel Geld gekostet, passen mir sicherlich irgendwann wieder, irgendwann kommt der Zeitpunkt da brauche ich genau das, xy sagt, dass steht mir gut …

Was habe ich dieses Mal anders gemacht? Gestärkt durch die #meinjunimitmirchallenge … in der es ausschließlich um mich, meine Gedanken, mein Wohlfühlen, mein Leben ging … habe ich auf mich gehört und mir die folgenden Fragen gestellt:

  1. Was trage ich gern und häufig?
  2. Welche Farben mag ich gern?
  3. Welche Farben stehen mir gut?
  4. Welche Schnitte stehen mir gut?
  5. Warum stehen mir diese Schnitte gut?

Klingt egoistisch? Ja, … Denn es geht um mich und meinen Kleiderschrank.

Anschließend habe ich dann alle Kleidungsstücke nach und nach aus dem Kleiderschrank herausgenommen und angezogen und in folgende Kategorien einsortiert:

Alles, was gut passt, gut sitzt und in dem ich mich leiden mag, darf zurück in den Schrank. Diese Kategorie war für mich relativ einfach. Es sind die meistgetragenen Kleidungsstücke. In einem zweiten Schritt habe ich aus diesen Lieblingsstücken, für mich schöne Kombinationen erstellt.

Alles, was nicht passt, nicht gut sitzt, defekt ist, aber ich trotzdem leiden mag, wird umfunktioniert/ repariert werden, die Nähmaschine steht bereit und der Winter kommt bestimmt. Alles in dieser Kategorie, was ich nicht leiden mag, kommt zur Kleiderkammer.

Alles, was gut passt, gut sitzt, bei dem ich mir aber in den Farben nicht sicher bin, kommt auch zurück in den Schrank, wird aber in den nächsten Tagen mindestens einen Tag getragen. Damit ich sehen kann, ob ich mich damit doch wohlfühle, falls nicht, kommen diese Kleidungsstücke zur Kleiderkammer.

Kleidungsstücke der Kategorie 2 …

Mein Vorhaben, die Kleidungsstücke aus Kategorie 3 mindestens einen Tag lang zu tragen, ist oft schon nach sehr kurzer Zeit beendet gewesen. Denn: viele der jeweiligen Tagesoutfits haben die Spiegelkontrolle kurz vor der Haustür nicht bestanden und ich habe mich dann schnell wieder umgezogen, bevor ich das Haus verlassen habe. Und wenn ich mich in den Kleidungsstücken „draußen“ nicht wohlfühle, dann haben diese nichts in meinem Kleiderschrank zu suchen.

Anschließend habe ich mir meine Lieblingsstücke einmal genauer angesehen. Was genau gefällt mir an diesen? Welche Farben herrschen vor? Für welche Anlässe bin ich gut ausgestattet? Für welche Anlässe fehlen mir noch Lieblingsstücke?

Lieblingskleidung …

Ich habe für mich festgestellt, dass ich gerne natürliche Materialien mag. Ich fühle mich am wohlsten in Jeans und Leinenblusen oder Leinenkleidern im Sommer, wenn es kühler ist mag ich mich in Jeans, T-shirt und Blazer. Immer gerne kombiniert mit einem Tuch oder Schal. Ich mag helle, aber trotzdem gedeckte, rauchige Farben für die Oberteile. Und ich hasse schwarz, immer schon, aber immer wurde mir gesagt, schwarz streckt, schwarz macht schlank … und so hatte ich eben auch viele schwarze Kleidungsstücke. Viel wohler fühle ich mich aber in dunklen Blautönen, alternativ anthrazit … die meisten schwarzen Kleidungsstücke sind nun aus meinem Kleiderschrank ausgezogen und bis jetzt habe ich diese auch noch nicht vermisst. Keine Sorge, für eine Beerdigung habe ich trotzdem noch etwas anzuziehen.

Dunkle Kleidung zieht aus …

Mit diesen Feststellungen habe ich mir anschließend überlegt, welche Kleidungsstücke mir jetzt fehlen, welche eine schöne Ergänzung zu den vorhandenen Lieblingsstücken wären … und dann war ich „online-shoppen“ … offline mit Maske mag ich gerade nicht so gerne und die Auswahl in meiner Größe ist in den Geschäften vor Ort auch nicht so groß, denn ich werde keine schwarzen Ein-Mann-Zelte mehr kaufen. Punkt.

Ich bin es mir wert, dass ich mich täglich in meiner Kleidung wohlfühle.

Sportkleidung fehlte mir. Da gab es zu dem Zeitpunkt eine große Auswahl beim „Kaffeeröster“ in großen Größen und in „meinen Farben“.

Normale T-shirts fehlten mir auch. Da bin ich ebenfalls fündig geworden. Zurzeit mag ich es gerne geblümt.

Auch ein paar Kleidungsstücke aus Leinen sind neu in meinen Kleiderschrank eingezogen. Und ich habe für mich entschieden, dass ich trotz Ü50 und winkender Oberarme „ärmellose“ Oberteile tragen mag und werde.

Es ist so schön, morgens den Kleiderschrank zu öffnen und immer etwas Schönes zum Anziehen zu finden. Und zu wissen, was einem steht, erspart Fehlkäufe und dami Zeit und Geld.

Weitere Anregungen zum Finden der Lieblingskleidungsstücke bietet z. B. das Thema „Capsule Wardrobe“. Dazu gibt es viele, viele informative Seiten im Internet. Ich habe aber für mich festgestellt, dass ich (noch?) nicht so minimalistisch bin. Alternativ schaut gerne einmal bei nachfolgenden Bloggerinnen vorbei:

Nicole von „Life with a glow“ hat ihren Kleiderschrank auch ausgemistet und sich mit der Frage beschäftigt, ob es altersgemäße Kleidung gibt.

Die Idee von Denise von „Fräulein Ordnung“ mit den umgedrehten Kleiderbügeln finde ich klasse und auch sonst lohnt sich dieser Blog sehr, nicht nur für mehr Ordnung.

Und auch Bettina „die Alltagsfeierin“ hat ausgemistet, unter anderem auch ihren Kleiderschrank.

Das sind doch alles nur Äußerlichkeiten … oder doch nicht?

Wie fühle ich mich, wenn ich nur noch Kleidung trage, die ich auch mag? An guten Tagen fühle mich wohl mit mir und strahle das auch aus. Obwohl meine Kleidung nur die „äußere Hülle“ darstellt, tun mir meine Lieblingskleidungsstücke gut. Ich bin es mir wert, ich darf mich wohlfühlen.

Aber: ich kann noch so gut gekleidet sein, wenn ich mich unwohl oder traurig fühle, mich mit gekrümmten Schultern klein mache, verschwinden möchte, dann wirkt dasselbe Kleidungsstück ganz anders an mir, als wenn ich auch von innen strahlend, selbstbewusst, aufrecht stehe. Dennoch, meine Lieblingskleidungsstücke unterstützen mich auf meinen Weg.

Fake it, till you make it.

So tun als ob … bis man es kann.

4 Kommentare

  1. Nicole Kirchdorfer

    Ein schöner und so wahrer Beitrag. Habe in Corona Zeiten auch mächtig ausgemistet, aber immer noch sehr viel. Mittlerweile ziehe ich sehr bewusst immer wieder die Sachen an, die noch nicht raus ins echte Leben durften (weil zu warm, zu kalt, keine passende Gelegenheit). Wenn ich sie dann nicht anziehe, weil ich mich unwohl fühle, kommen sie ohne Umwege auf den „Verkaufen“ Stapel.
    Dennoch….viel übrig und trotzdem lockt mich immer wieder ein neues Kleid, oder eine neue Jeans, ohne dass ich das eine oder andere brauchen würde….
    Übrigens. Leinen, Jeans liegen voll auf meiner Wellenlänge. Leider gefallen mir deutlich mehr als 4 Farben. Da könnte ich mich definitiv nicht festlegen…

    LG und schönen Sonntag,
    Nicole

    • kh

      Hallo Nicole, vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Ich mag auch mehr als vier Farben … es ging ja nur um die Lieblingsfarben. 😉

      Liebe Grüße und einen schönen restlichen Sonntag,
      Katrin

  2. Nicole

    Liebe Katrin,
    Ich unterschreibe jeden deiner Punkte und finde deinen Lösungsansatz prima. Und bei so vielen finde ich mich direkt wieder.
    Liebe Grüße
    Nicole

    • kh

      Liebe Nicole, vielen Dank für Deine lieben Worte.
      Liebe Grüße von Katrin

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