Schon seit Jahren hatte ich im Kopf meinen 50. Geburtstag bei strahlendem Sonnenschein mit vielen lieben Gästen, Kaffee und Kuchen und anschließendem Kesselgulasch zu feiern. Obwohl ich Ende April Geburtstag habe, kann ich mich nur an wenige Geburtstage erinnern, an denen ich richtig schlechtes Wetter hatte. Ich erinnere mich eher an Feiern, an denen wir schnell noch eben das Sonnensegel aufgehängt haben bzw. alle Tische hinter das Haus in den Schatten getragen haben und auch den ein oder anderen Sonnenbrand habe ich mir schon eingefangen. Und auch dieses Jahr hatte ich so ein Glück mit dem Wetter. Gefeiert wurde zwar erst Anfang Mai … aber es fühlte sich an wie ein richtig schöner Sommertag.

 

Wir hatten für ausreichend Plätze im Sonnenschein oder im Schatten gesorgt. Es war windstill, so störte weder die nachbarliche Baustelle und deren Sandberge, noch die Tatsache, dass zwar der 50-Liter-Gulaschkessel rechtzeitig aus Ungarn angekommen war, sich das dazugehörige Dreibein leider nicht rechtzeitig vom Startpaketzentrum Regensburg nach Bremen bewegte. Glücklicherweise haben wir im Garten eine Reckstange, die sich hervorragend zum Aufhängen des Kessels eignete, sich aber direkt an der Terrasse befand.

Das Kaffee-Tee-Kuchen-Buffet war im Haus vorbereitet. Die Kaltgetränke standen im schattigen Carport. Wir setzten auf  Selbstbedienung durch die Gäste und deren Mithilfe. Dazu ist der Großteil der Gäste gerne bereit und langjährig in diese „Richtung erzogen“.

Mein Vater übernahm zu Beginn den Sektausschank und die Gäste trudelten nach und nach ein, bekamen einen Sekt, eine „Einweisung“ in die Getränkebar, suchten sich ein Plätzchen und wollten eifrig ihre mitgebrachten Gemüsemesser und Schneidebretter nutzen. Wir zündeten das Feuer unterm Kessel an und verteilten die Gemüse-Schneide-Aufgaben an die Gäste. Das Fleisch hatten wir vom Schlachter schneiden lassen, die Zwiebeln hatten mein Mann und ich morgens zerkleinert. Nach und nach wurden die Zutaten geschnippelt und während das Kesselgulasch vor sich hinkochte, wurde das Kuchenbuffet geplündert und die bereitgestellten Spielmöglichkeiten (Tischtennis, Tischkicker, Krocket, Boccia, Seifenblasen, Malkreiden) genutzt.

Wir hatten zunächst nur ein Glas scharfes Ayvar und ein Glas in der milden Variante, haben dann aber noch zwei Gläser Ayvar scharf nachgekauft (welch ein Glück feierten wir am Samstag und haben den Supermarkt direkt um die Ecke). Wir essen allerdings auch gerne scharf und haben für die jüngeren Gäste vorab einen Topf Suppe abgenommen.

Uns haben die Art der Feier und das Feedback der Gäste dazu bewogen, eine solche Veranstaltung möglichst einmal jährlich mit Freunden und Nachbarn zu veranstalten.

Zutaten

  • 500 g Butterschmalz
  • 3000 g Zwiebeln gewürfelt
  • 20 Zehen Knoblauch gepresst
  • 6000 g Rindergulasch sehr kleine Würfel
  • 600 g Paprikapulver ungarisch edelsüß
  • 2000 g Karotten
  • 1000 g Sellerie
  • 4000 g Kartoffeln
  • 1000 g Tomaten
  • 12 Stk. Paprika rot
  • 2 Gläser Ayvar scharf
  • 1 Glas Ayvar mild

Anleitungen

  1. Butterschmalz im Kessel über dem Feuer erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin glasig dünsten. Dann Rindergulasch hinzugeben und rundherum anbraten. Nun das Fleisch mit Paprikapulver bedecken und salzen. Gerade soviel Wasser angießen, dass das Fleisch bedeckt ist.

  2. Die Gäste das Gemüse schnippeln lassen.
  3. Nach einer Stunde die Karotten,, Sellerie und Kartoffeln auf das Fleisch geben, umrühren und wieder soviel Wasser zugeben, dass alles bedeckt ist.
  4. Nach einer weiteren Stunde Tomaten (in Achteln) und Paprika hinzugeben umrühren und wiederum Wasser hinzufügen, bis alles bedeckt ist.
  5. Die gesamte Schmorzeit beträgt ca. 3 - 4 Stunden. 
  6. Zum Ende dann Ayvar hinzugeben und noch einmal mit Salz abschmecken. 

Rezept-Anmerkungen

Mein Kesselgulasch-Rezept (für 40 Personen) ist entstanden aus diversen Quellen aus dem Internet, dem meinem bestellten Gulaschkessel beigefügten Rezept und den Erfahrungen unserer Nachbarn. Zur Suppe gab es 8 "dicke" Baguettes, Kräuterbutter, Schmand- und Schafskäse-Paprika-Creme. Diese Mengen reichten bei uns für 35 Personen.