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Der dreizehnte Wunsch, der bei meinem Rauhnachtsritual am 6.1.22 „übrigblieb“ lautet:

Ich lese mindestens 12 Bücher in diesem Jahr.

Und ich werde nicht nur ganz viel Lesen, sondern Euch auch monatlich ein Buch vorstellen. Heute nun das dritte Buch des Jahres 2022 „Marianengraben“ von Jasmin Schreiber:

Dieses Buch habe in meiner Gemeindebibliothek mitgenommen, weil es auf einem Sondertisch stand und ich an dem Tag meine Brille nicht dabei hatte und somit quasi blind meine Bücher ausgesucht habe. Es war eine sehr gute Wahl.

Das Cover hätte mich eher nicht angesprochen …

Zuhause habe ich dann die kurze Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel gelesen:

„Paula braucht nicht viel zum Leben: ihre Wohnung, ein bisschen Geld für Essen und ihren kleinen Bruder Tim, den sie mehr liebt als alles auf der Welt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der sie in eine Tiefe Depression stürzt. Erst die merkwürdige Begegnung mit Helmut, einem schrulligen alten Herrn, erwckt wieder eine Funken Lebenswillen in ihr. Und schließlich begibt Paula sich zusammen mit Helmut auf eine abenteuerliche Reise, die sie beide zu sich selbst zurückbringt – auf die eine oder andere Weise.“

Und ich denke, auch mit Brille hätte ich dieses Buch gerne eingepackt und habe mit dem Lesen begonnen. Vorgestern Abend hatte ich es zu Ende gelesen, heute muss es zurück in die Bibliothek.

Die Autorin Jasmin Schreiber erzählt mit einer großen Leichtigkeit vom Allerschwersten. Ein alter Mann und eine junge Frau machen sich gemeinsam auf den Weg. Sie trauern jeder auf seine Weise um geliebte Menschen, die sie verloren haben.

„Dinge passieren, und wir können nichts dagegen tun….Menschen ertrinken, Füchse fressen Hühner, Leute sterben an Krebs…. Und ich sage Ihnen das, weil das Leben nicht auf Pause schaltet und auf Sie wartet. Es geht weiter und auch Sie kommen dem Tod immer näher.“

Helmut hat einen Plan und einen Hund und ein Wohnmobil. Paula, Studentin der Meeresbiologie, taucht am Ende der Reise wieder auf aus dem Marianengraben – der Tiefseerinne, die 11.000 Meter unterhalb des Meeresspiegels liegt. So tief reicht nämlich ihre Liebe zu ihrem kleinen Bruder, so hatte sie es ihm einmal erklärt, und aus diesem Grund ist auch ihre Trauer tief dort unten angesiedelt. Dieses Auftauchen verdankt sie Helmut, der einen anderen Weg geht.

… wieder aufgetaucht …

Leben und Sterben, Freude und Trauer, Kommen und Gehen, Lachen und Weinen, Höhen und Tiefen, Schwarz und Weiß: die Schönheit des einen erkennen wir nicht oft nicht ohne die Erfahrung des anderen.