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Der dreizehnte Wunsch, der bei meinem Rauhnachtsritual am 6.1.22 „übrigblieb“ lautet:

Ich lese mindestens 12 Bücher in diesem Jahr.

Und ich werde nicht nur ganz viel Lesen, sondern Euch auch monatlich ein Buch vorstellen.

Dieses Buch habe ich letztes Jahr im April von meiner besten Freundin zum Geburtstag bekommen … ich habe im letzten Jahr viele Bücher bekommen, die mir „helfen“ sollten … die meisten davon taten dies nicht, sondern bauten im Gegenteil noch mehr Druck auf, mich anzustrengen um wieder gesund zu werden. Dabei ist es mit Anstrengung und Willen manchmal allein nicht getan.

Aber dieses Buch ließ mich nicht los und wanderte hin und her zwischen Nachttisch, Lesesessel und dem Stapel der ungelesenen Bücher, in den letzten beiden Monaten war ich bereit und habe es durchgearbeitet.

Mein inneres Kind

Das „innere Kind“ steht für Prägungen, die in der Kindheit entstanden sind. Es wird unterteilt in zwei Anteile: das Schattenkind steht für die negativen Glaubenssätze, das Sonnenkind für die positiven. Glaubenssätze sind das, was in der Kindheit als Wahrheit von Bezugspersonen übernommen wird. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass es nicht um Schuldzuweisungen geht, nicht die Bezugspersonen sind Schuld.

Glaubenssätze

Neben wissenschaftlichen, sehr gut aufbereiteten Erklärungen enthält das Buch viele Anregungen zum Mitmachen und Ausprobieren. Mein Kern-Glaubenssatz ist immer noch folgender Gedanke:

Ich bin nicht gut genug.

So „wundere“ ich mich z. B. gerade wieder darüber, dass ich problemlos eine neue Arbeitsstelle und einen zweiten Dozentenjob. Die wollten tatsächlich beide mich, mit allen meinen Anteilen.

Diese übernommenen Glaubenssätze aus der Kindheit, sagen in Wirklichkeit gar nichts über mich, sondern sie sagen ausschließlich etwas darüber aus, wie die Bezugspersonen gewesen sind.

Das Schattenkind

Bereits Kinder entwickeln Schutzstrategien, um mit ihrer Umwelt klar zu kommen. Im Erwachsenenalter kommen oft weitere Strategien hinzu. Ich bin eine Meisterin der Anpassung, das halte ich auch sehr lange durch, um anderen zu gefallen, um anerkannt zu werden, um nicht aufzufallen. Aber das bin nicht mehr ich. Kurz bevor ich mich dann ganz verliere, schlägt die Anpassung dann von einem Tag auf den anderen – sehr überraschend für meine Umwelt – in Abgrenzung um, ich ziehe mich zurück, bin nicht mehr kompromissbereit.

Die Strategie: Ertappen und Umschalten

Immer wenn das Schattenkind die Oberhand gewinnt, hilft es Abstand zu nehmen und in die Beobachterposition umzuschalten. Aus dieser Position ist es einfaher Gefühle zu regulieren und Verhalten zu ändern. ich meine Gefühle regulieren und mein Verhalten ändern. Zumindest theoretisch … und auch nur dann, wenn meine Emotionen meinen Verstand nicht ausgeschaltet haben.

Das Sonnenkind

Das Sonnenkind steht für alle positiven Anteile in mir. Es ist ein Zustand in dem ich mich komplett wohlfühle und mit mir und meiner Umwelt im Reinen bin. Das Sonnenkind ist ganz im Hier und Jetzt, es denkt nicht über sich selbst nach.

Es gibt auch positive Glaubenssätze aus der Kindheit, die wir schon in uns tragen. Wichtig ist aber zu wissen, dass wir als Erwachsene die Möglichkeit haben, die negativen in positive Glaubenssätze umzukehren.

Diese neuen positiven Glaubenssätze sollten sich gut anfühlen, positiv formuliert werden und realistisch sein.

Aus meinem „Ich bin nicht gut genug.“ wurde so in einem in einem ersten Schritt „Ich bin gut genug“ … das fühlte sich für mich zunächst realistisch an. Dann war ich bereit für :

Ich bin genug.

Schatzstrategie finden

Aus jeder alten Schutzstrategie kann eine Schatzstrategie entwickelt werden.

So könnte aus meiner abrupten Extrem-Anpassung-Abgrenzung-Umschaltung ein Innehalten werden, in dem ich schaue, wie fühle ich mich gerade, wie geht es mir … eine Art Bedenkzeit mit anschließender rechtzeitiger Kommunikation eigener Grenzen.

Ich bin auf dem Weg.

Und wer sich noch auf den Weg machen und ein bisschen mehr Zeit in sich investieren möchte, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen.